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Datum/Zeit |
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191,20 € |
+1,80 € |
+0,94 % |
22.04/17:35 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| DE0006766504 |
676650 |
- € |
- € |
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Aurubis kaufen 28.10.2009
Bankhaus Lampe
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Marc Gabriel, stuft die Aurubis-Aktie (ISIN DE0006766504 / WKN 676650) nach wie vor mit "kaufen" ein.
Feedback von der Roadshow mit IR Marcus Kartenbeck in Madrid. Folgende Punkte seien für Investoren von Bedeutung gewesen:
1.) Das Investitionsvolumen werde für 2009/10 rund 160 Mio. EUR betragen, wobei für das Kraftwerkprojekt (virtuelle Option) ein wesentlicher Anteil anfallen werde. Mit dem Investment werde Aurubis die Stromkosten (von derzeit rund 50 Mio. EUR p.a.) für die kommenden 30 Jahre auf ein deutlich niedrigeres Niveau (basierend auf den Herstellungskosten und abhängig vom Kohlepreis) senken können. Darüber hinaus würden rund 65 Mio. EUR in KRS für das Recycling von komplexen bzw. kleinteiligen Kupfermaterialien, die vorrangig in Mobiltelefonen und anderen Elektronikapplikationen verwendet würden, investiert.
Wenn es Aurubis gelinge, die enthaltenen Metalle zu recyceln, werde sich dies dauerhaft positiv auf die Margenentwicklung auswirken. Im Geschäftsjahr 2010/11 werde das CapEx wieder auf das normale Niveau von rund 110 bis 115 Mio. EUR zurückgehen.
2.) Für Maintainance CapEx bei der kleinen Schmelzofenrevision würden (abhängig von den bei der Wartung festgestellten Schäden) für den etwa zweiwöchigen Stillstand rund 20 Mio. EUR veranschlagt. Alle zehn Jahre werde die große Revision (6 Wochen Stillstand) mit rund 200 - 250 Mio. EUR Aufwand zu Buche schlagen. Die nächste große Revision werde jedoch erst im Jahr 2013 für den Standort Hamburg geplant. Vorteil von Aurubis sei, dass sie aus dem Prozess der Konzentratsverarbeitung deutlich höhere Wertschöpfungen erzielen könnten als der Wettbewerb, der viele der wertvollen Metallanteile in dem Produktionsprozess verliere.
3.) Chinas Kupfernachfrage (September +87% ggü. Vorjahr) sei ungebrochen. Dabei stünden nicht so viele Kupferschrotte zur Verfügung und Kathoden würden weitestgehend unwirtschaftlicher produziert als bei den weltweit führenden Produzenten. Aurubis habe über die bulgarische Tochter inzwischen einen Vertrag für die Lieferung von 24.000 t Kathoden (800 Mio. USD) in den nächsten sechs Jahren nach China geschlossen, um deren Nachfrage nach Kathoden zu bedienen. Der vermeintliche Auftrag falle jedoch angesichts der rund 1 Mio. produzierten Kathoden nicht ins Gewicht.
4.) Auch Europas Bedarf an Kupferkathoden für die Zukunft sei weiterhin höher als die zur Verfügung stehenden produzierten Kathoden. Dies zeige sich in der Geschäftsentwicklung in diesem Krisenjahr, wo Aurubis lediglich im zweiten Quartal einen operativen Verlust zu verzeichnen gehabt habe. Dieser sei konjunkturbedingt jedoch in der Kupferverarbeitung angefallen und nicht in der Kathodenproduktion. Diese sei nahezu mit voller Auslastung gelaufen. Aufgrund der geringeren Nachfrage nach Kupferprodukten (alleine aus der Automobilindustrie hätten rund 10% gefehlt) habe das Unternehmen die überschüssigen Kathoden am Weltmarkt verkauft. Der Wettbewerb innerhalb der Kupferindustrie sei im Wesentlichen auf die Kupferkonzentrate beschränkt.
Dennoch hätten einige Schmelzer mit Auslastungsproblemen zu kämpfen gehabt. Bei vielen sei die Auslastung aufgrund der Probleme bei dem Verkauf von Schwefelsäure auf 75-80% gesunken. Aurubis habe eine Kapazitätsauslastung von 95% gehabt, was für die technische Expertise des Unternehmens spreche. Lediglich die Japaner (Sumitomo und Nippon Mining) würden auf einem derartig guten Level liegen.
5.) Trotz aller Schwierigkeiten habe Aurubis auf Preiszugeständnisse beiden Kupferprodukten verzichten können. Mit einem Anziehen der Nachfrage für das laufende Geschäftsjahr dürfte die Auslastung bei WireRod rund 5% auf 75% anziehen. Für den Bereich Shape würden die Analysten mit einem Anstieg der Auslastung von 50% auf 60% rechnen. Hier habe das Unternehmen bereits einen Betriebsteil am Standort in Olen geschlossen, da die Nachfrage für bestimmte Stranggussprodukte aus der Bauindustrie zu schwach gewesen sei.
Die Substitution im Baubereich sei in der kürzeren Vergangenheit bei stark gestiegenen Kupferpreisen (z.B. bei Kupferrohren) deutlich größer gewesen, als es in der elektronischen Produktpalette möglich gewesen sei. Zur Kupferpreisentwicklung sehe Aurubis bei Kupferpreisen zwischen 3.500 - 6.500 USD ein relativ gutes Niveau, um solide Margen generieren zu können. Wichtigstes Kriterium würden dabei die Schmelzlöhne bleiben und diese sollten mittelfristig von einem steigenden Angebot von Kupferkonzentraten bei geringer Kapazitätsausweitung bei den Kupferhütten profitieren.
6.) Belastungsfaktor sei neben den erwähnten Energiekosten die Schwäche des US-Dollars. Zwar habe das Unternehmen die TC/RC (Schmelz- und Raffinierlöhne) für maximal 24 Monate gehedged, aber eine Verschlechterung des Dollars um einen Cent wirke sich auf das EBT mit rund 1 Mio. EUR negativ aus. Um nach Erachten der Analysten diese Dollarabhängigkeit (Kosten würden in Euros anfallen) zu verringern, sei das Unternehmen auf der Suche nach einer weiteren Übernahme (Asien oder Südamerika).
Wesentliches Ziel sei darüber hinaus die Erschließung neuer Absatzmärkte. Die Analysten seien davon überzeugt, dass dieses Ziel (mit einem finanzstarken Großaktionär (SZAG) im Rücken) binnen der kommenden zwei Jahre unter Dach und Fach gebracht werden könne. Dass Aurubis dies könne, hätten die Norddeutschen mit der Übernahme von Cumerio bewiesen, die sie vor knapp zwei Jahren für rund 780 Mio. EUR übernommen und die damals aufgebaute Nettoverschuldung von rund 1,1 Mrd. EUR innerhalb kürzester Zeit auf 0,6 Mrd. EUR zurückgefahren hätten.
Folgende positive und negative Effekte sollten bei dem Investment beachtet werden: Das abgelaufene Geschäftsjahr 2008/09 sei von der Weltwirtschaftskrise gezeichnet gewesen, dennoch seien operativ schwarze Zahlen geschrieben worden - die Nachfrage nach Kupferprodukten ziehe getrieben von China wieder an. Aurubis könne aufgrund des Ausbaus der Recyclingaktivitäten seine Margen ausweiten und die Abhängigkeit von den Minen (Kupferkonzentrate) verringern. Salzgitter werde seinen Anteil an dem Unternehmen weiter ausbauen. Die hohen Anlaufinvestitionen (rund 20% Kupfer müssten als Working Capital für den Anlauf eines neuen Schmelzofens investiert werden) würden eine hohe Eintrittsbarriere für den Bau von neuen Anlagen darstellen. Aurubis plane weitere Akquisitionen in die Regionen Südamerika oder Asien, sowie kleinere Akquisitionen in Spezialbereichen (Margenverbesserung).
Die hohe Abhängigkeit von einem stabilen US-Dollar (1 USD-Cent Abschwächung belaste das EBT mit rund 1 Mio. EUR - eine Absicherung sei nur mittelfristig möglich). Zudem würden stark schwankende Kupferpreise für Bewertungseffekte sorgen, die das operative Ergebnis verzerren könnten.
Die Analysten würden bei der Bewertung unverändert auf den Mittelwert aus der Peer-Group (ohne EV/Umsatz; da Produzenten mit Minen deutlich höher bewertet seien) und dem DCF-Modell zurückgreifen. Bei der Peer-Group-Analyse betrage der faire Kurswert des Medians aktuell 27,70 EUR (Mittelwert 33,75 EUR). Ihr DCF-Modell (WACC 7,8%, Terminal growth 1,25%) spiegle einen fairen Wert von 33,30 EUR wider. Dementsprechend würden die Analysten das faire Kursniveau aktuell bei 30,50 EUR sehen.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe sehen eine deutliche Verbesserung der operativen Ergebnisse für die kommenden Quartale, die Investoren sollten die kurzfristigen Kursrückgänge nutzen, um ihre Positionen in der Aurubis-Aktie auszubauen. Ein Treiber für die Aktie könnte die Anteilsaufstockung durch Salzgitter sein, die bislang auf sich warten lasse. Der Kapitalmarkt habe zudem die erfolgreiche Integration von Cumerio und die gute Cash-flow-Entwicklung noch immer nicht mit Kursaufschlägen gewürdigt. Das Kursziel werde von 30,00 auf 30,50 EUR angehoben. (Analyse vom 28.10.2009) (28.10.2009/ac/a/d)
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